Sonntag, 28. April 2013

[Rezension] Der Weg der gefallenen Sterne

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Cover 



 Titel: Der Weg der gefallenen Sterne
 Autor/in: Caragh O'Brien
 Verlag: Heyne
 Seitenzahl: 352
 Preis: 8,99 € (D)
  Cover / Bildrechte: Randomhouse / Heyne








Der dritte und letzte Band ergänzt sich vom Cover her super mit seinen Vorgängern und vor allem die Farbe gefällt mir sehr gut.


Gaia ist mit einem Teil der Bewohner von Sylum aufgebrochen, um eine neue Heimat zu finden und „New Sylum“ zu gründen. Dafür brauchen sie jedoch Wasservorräte, weswegen sie sich auf den Weg zurück nach Wharfton und zurück zur Enklave machen. Dort wollen sie mit dem Protektor, Leons Vater, verhandeln.

Doch wie wird dieser auf die Rückkehr seines Sohnes reagieren und was werden die zurückgelassenen Freunde dazu sagen, dass Gaia jetzt wieder in Wharfton auftaucht? Treffen sie dort auf Verbündete und können ihren Traum von einem friedlichen Zusammenleben verwirklichen oder hat sich die Situation in der Enklave nach wie vor nicht verändert?

Gaia muss stärker als je zuvor für sich, ihre Lieben und alle, die ihr Leben dem jungen Mädchen anvertraut haben, kämpfen. Doch ist sie stark genug dafür die neue Martrach zu sein oder bricht sie unter dieser Aufgabe zusammen?


Gaia gefiel mir ja in den ersten beiden Bänden bereits richtig gut und auch in diesem Buch konnte ich nicht anders, als sie einfach zu bewundern. Sie ist so jung und hat schon so viel Verantwortung. Das Leben der ihr anvertrauten Menschen liegt ihr sehr am Herzen und sie würde alles für sie tun. Trotzdem sucht sie immer nach friedlichen Lösungen, da sie nicht bereit ist unschuldige Menschen in ihre Konflikte hineinzuziehen. Ihre Gefühle für Leon sind eindeutig, trotzdem würde sie stets ihr persönliches Glück dem ihrer Lieben opfern. Manchmal dachte ich mir zwar, dass ihr etwas mehr Aggressivität gut tun würde, doch im Grunde ist sie so, wie sie ist überaus sympathisch.

Leon mag ich in diesem Band fast noch lieber als in den Vorgängern. Seine Gefühle für Gaia zeigt er offen und will sie nur zu gerne offiziell machen. Er möchte die junge Frau um alles in der Welt beschützen und würde dafür auch über Leichen gehen. Zudem besitzt er die nötige Entschlossenheit und Aggressivität, die ich bei Gaia manchmal vermisst habe. Deswegen würde ich sagen, dass die beiden sich wirklich gut ergänzen.

Doch dieses Buch ist auch wieder voll von tollen Nebendarstellern, da sind natürlich wieder die beiden Chardo-Brüder Peter und Will, die beide in Gaia verliebt sind, diese Gefühle aber zurückhalten, da das Mädchen sich ja für Leon entschieden hat. Dann gibt es Malachai, einen ehemaligen Gefangen, der sich auf ihre Seite schlägt. Myrna, die ihren eigenen Weg gefunden hat, in Wharfton zu leben und gegen die Bluter-Krankheit zu kämpfen und auch Emily, Gaias beste Freundin hat eine interessante Rolle. Ach, ich könnte ewig so weitermachen, so voll ist dieses Buch von wunderbaren Charakteren, die es sich lohnt alle kennenzulernen.


Das Buch beginnt auf dem Weg von Sylum nach Wharfton. Ohne lange Nacherzählungen wird man sofort wieder in die Geschichte gezogen und auch wenn ich nicht mehr genau wusste, was im letzten Band haarklein passiert war und manchmal auch etwas Zeit brauchte, um mich zu erinnern, wer jetzt gleich wieder wer war, war ich doch ab der ersten Seite wieder total fasziniert von der Geschichte und wurde vom Geschehen mitgerissen.

Die Geschichte selbst wird in der 3. Person, jedoch aus Gaias Sicht erzählt. Somit bekommt man zwar mit, was in Gaias Leben passiert, hat aber doch genug Abstand, um sich seine eigenen Gedanken zu den Geschehnissen zu machen.

Sobald die Karawane bei der Enklave ankommt, wird das Buch auch richtig spannend, da die Verhandlungen mit dem Protektor beginnen, dieser aber ganz eigene Pläne für die Zuwanderer und vor allem für Gaia hat. Immer wieder geraten die junge Frau und ihre Freunde in Gefahr und bis zum Ende ist nicht ersichtlich, ob es ihnen gelingen wird New Sylum zu gründen und sich eine neue Heimat aufzubauen. 

Erneut wird man auch mit ernsten Themen konfrontiert, wie z.B. künstliche Befruchtung, Leihmutterschaft, Adoption, Unfruchtbarkeit und Hämophilie. Dadurch, dass es schon im Buch viele verschiedene Meinungen dazu gibt, kann der Leser fast gar nicht anders, als sich selbst Gedanken zu diesen Themen zu machen.

Auch die Gefühlswelt kommt in diesem Buch nicht zu kurz. Zum einen geht es natürlich um die Beziehung zwischen Gaia und Leon und wie sich diese entwickelt. Ich fand es sehr schön, dass die beiden sich zwar lieben, was man immer wieder deutlich spürt, dass das aber nicht das zentrale Thema dieser Geschichte war. Doch auch Freundschaft und Familie sind ein wichtiger Teil dieses Buches. Besonders ergriffen wurde ich jedoch durch die Diskussionen, was richtig ist und was falsch und was man für Opfer bringen kann und muss, um seine Ziele zu erreichen. Wie weit würde man gehen, um andere zu beschützen? Ein Buch, das mich richtig zum Nachdenken gebracht hat.
Das große Finale ging mir dann zwar doch etwas schnell und war mir etwas zu unspektakulär, da ja eigentlich alle drei Bände auf dieses Ende hingearbeitet haben, doch im Grunde ist es ein runder Abschluss für diese gelungene Trilogie.


Dieses Buch hat mich, genau wie seine Vorgänger, sofort ab der ersten Seite wieder mitgerissen. Ich konnte gar nicht anders, als mit den Protagonisten mitzufiebern, zu leiden und mit ihnen zu hoffen. Zudem hat mich das Buch wirklich zum Nachdenken gebracht und auch berührt. Ein wahrlich gelungener Abschluss, für eine so atemberaubende, spannende und faszinierende Trilogie.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.


Vielen Dank an den Heyne Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.